von Prof. Dr. h.c. Hans Biegert, Leitender Schuldirektor und Schulträger der HEBO-Privatschule, Bonn 2016

Was macht Schüler wieder erfolgreich?

Klassenstärken von über 30 Schülern sind gerade in aktueller Zeit in vielen Schulen wieder an der Tagesordnung, selbst in Grundschulen sind Klassenfrequenzen von 27 – 29 Schülern keine Seltenheit. Dabei besagt eine bereits vor Jahren durchgeführte wissenschaftliche Untersuchung zum Thema: „Was macht Schüler wieder erfolgreich?“
Schüler in kleineren Klassen sind viel erfolgreicher als in großen!
Die Größe einer Schule und insbesondere auch die durchschnittlichen Klassenstärken sind nachweis-lich wichtigste Faktoren, die nicht nur die kognitive sondern auch die emotionale und soziale Entwick-lung der Schüler begünstigen. Übergroße Schulen mit 800 bis über 1.000 Schülern erschweren den Kindern das Zurechtfinden, die Integration und das Wohlfühlen. Damit werden gleichzeitig wesentliche und individuelle Voraussetzungen kindgerechten Lernens behindert. In einer überschaubaren Schule mit kleinen Klassen hingegen wird Lernen mit der Förderung von Anstrengungsbereitschaft und sozia-ler Verantwortung verbunden. Hierzu vertritt Prof. Dr. Hans Biegert, leitender Schuldirektor und Schul-träger der HEBO-Privatschule Bonn eine ganz entschiedene und auf Erfahrung gestützte Meinung: „Schule muss überschaubar sein. Wir müssen sicher von Schulen als Großsysteme mit 800 – 1.000 und mehr Schülern Abschied nehmen. Es zeigt sich, dass weder Schüler noch Lehrer so große Systeme psychologisch und pädagogisch bewältigen können. Das Erleben einer Schul- und Klassengemeinschaft ist dabei nicht mehr möglich. In Zukunft sollte die Orientierungsgröße auch an staatlichen Schulen bei max. 500 Schülern liegen.“
Neben der Gesamtschülerzahl einer Schule spielt aber die Klassenstärke, die Klassenfrequenz die zentrale Rolle für die Lernwirksamkeit des Unterrichts und die kognitiven, wie auch für die sozial-emotionalen Entwicklungschancen ihrer Schüler, also auf die Antwort der Frage: Was macht Schüler auch nach schlechten Zeugnissen wieder erfolgreich? Hierzu Prof. Dr. Biegert weiter: „An der HEBO-Privatschule in Bonn haben wir eine Gesamtschülerzahl von ca. 350 Schülern (davon ca. 150 im Internat) und im Durchschnitt Klassenstärken mit weniger als 15 Schülern!“ Und Biegert weiter: „Erst in einer überschaubaren Schule mit kleinen Klassen ist es möglich, dem unterschiedlichen Lernverhalten selbst einzelner Schüler gerecht zu werden. Langsam Lernende sollen eben nicht Misserfolge haben, denn Misserfolge zerstören das Selbstvertrauen und die Leistungszuversicht und sind damit Ausgangspunkt von schlechten Zeugnisnoten. Die Lösung für das Zeugnisnoten-Problem vieler Schüler heißt: Integrativer Unterricht in kleineren Klassen. Das bedeutet, dass jedes Kind seinen persönlichen Möglichkeiten entsprechend durch individuell bemessene Anforderungen und Hilfestellungen gefördert werden kann.“
Die Berücksichtigung der Individuallage aller Schüler einer Klasse ist notwendige Bedingung für erfolgreiches Lernen und damit auch für eine bei schlechten Zeugnisnoten wieder entstehende positive Leistungsorientierung. Den Lehrern ermöglichen kleine Lerngruppen erbrachte Leistungen zu erkennen und anzuerkennen und zu neuer Anstrengung zu ermutigen. Diese pädagogische Grundhaltung lässt die Kinder und Jugendlichen – auch solche mit bisher geringerer Lernbereitschaft – Lernen und Leisten auch nach schlechten Zeugnisnoten wieder als erstrebenswert erfahren.