Vor etwa einem Jahr haben wir uns auf den Weg gemacht Teil des Netzwerkes „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage zu werden. Gestern, fand der offizielle Festakt mit Übergabe der Urkunde durch Frau Kleefuß,Kommunales Integrationszentrum Bonn, Regionalkoordination , statt.

Grundsätzlich muss man sich die Frage stellen, warum dieses Thema überhaupt derart wichtig ist.

Nicht zuletzt seit verschiedene politische Gruppierungen den Einzug in Landtage und den Bundestag gefunden haben, ist insgesamt und vor allem in Netz eine neue „Feindlichkeit“ zu bemerken die in Teilen sehr bedrohliche Dimensionen annimmt. Es wäre aber falsch zu sagen, dass einzelne Gruppierungen Ursache für dieses Phänomen sind, vielmehr scheinen Parteien und andere Organisationen dem Thema Rassismus eine Art legitimen Anspruch oder Anstrich zu verleihen.

Dies wiederum führt dazu, dass Kommentare die vor einigen Jahrzehnten im öffentlichen Raum undenkbar gewesen wären, mittlerweile allgegenwärtig sind. Jeder der einen social-media account frequentiert sieht diese Posts und Kommentare mit steigender Häufigkeit. Ob zum Massaker in Christchurch oder beim Thema Geflüchtete die in der EU Zuflucht suchen; die Äußerungen schlagen hier oft in dieselbe Kerbe.

Was hat nun Schule hiermit zu tun, denn eigentlich Unterrichten wir doch nur?

Schule ist öffentlicher Raum, ein Ort wo Meinungen und Ansichten gebildet werden. Man kann sich wünschen, dass das Rassismus hier nicht stattfindet, die Realität ist aber eine Andere. Somit muss man das Problem erkennen und auch anerkennen. Wer die Existenz dieses Problems für Schulen verneint oder verharmlost, schaut in Wirklichkeit weg und schafft exakt erst dadurch den Nährboden.

Und: Rassismus kann ganz niederschwellig sein. Hier ein Spruch, da ein Kommentar und beides ohne kritische Reaktion schafft vermeintliche Legitimation im Alltag, in der Gruppe.

Was also kann Schule hier tun?

Wir glauben, dass ein klares Bekenntnis „Wir akzeptieren Rassismus nicht!“ hier der erste Schritt ist. Nicht im Ernst nicht im Spaß, nicht ein bisschen. Es gilt also mitzubekommen, wenn Spot oder Drohung in diesem Kontext Anwendung finden. Das ist nicht leicht und mitunter ist man vielleicht geneigt manches einfach stehen zu lassen, weil es nicht so schlimm, nicht so gemeint war.

Aber genau das darf nicht sein. Inkonsequenz verstärkt und legitimiert. Schülerinnen und Schüler müssen ihr Verhalten hier kritisch gespiegelt wissen, brauchen Erklärung und Anleitung, Konsequenz – und die Möglichkeit alternative Sichtweisen zu entwickeln, vor allem aber die Rückmeldung, dass manche Dinge einfach falsch sind, aber auch einen Gesprächspartner, der sich ernsthaft auseinandersetzt – der eben hilft andere Sichtweisen zu entwickeln

Grade weil es oft im quasi-verborgenen und „klein-klein“ geschieht ist dies schwierig und mühsam, aber dennoch alternativlos.

Wir sind überzeugt, Pädagogik und Beziehung ist in diesem Sinne die beste Prävention zur Vorbeugung und zur Verhinderung von rassistischem Gedankengut und zur Vermeidung von rassistischem handeln.

Mein Dank gilt allen Schülerinnen und Schülern, sowie dem Kollegium, welche sich in Projekten und vor allem im Alltag engagieren und es uns als Schule möglich machen, Teil des Netzwerkes Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage zu sein.